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 Hier finden Sie in Tabelle 1 Klimadaten (Niederschlagsdaten im Jahr in Liter pro m²), langjährigen Temperaturdurchschnitt und jährliche Sonnenscheindauer von Bergstationen in den Mittelgebirgen und in den deutschen und schweizerischen Alpen (die Werte stammen vom Deutschen Wetterdienst, MeteoSchweiz und klimadiagramme.de). In Tabelle 2 finden Sie die Anzahl von klimarelevanten Extremtagen von ausgewählten Schweizer Wetterstationen

 

Darüberhinaus finden Sie im Anschluss an die tabellarischen Werte eine von mir erstellte Zusammenfassung über die klimatischen Besonderheiten der aufgeführten Bergstationen!!

 

Tabelle 1

 

Name des Berges und Lage

 

 

 

 

 

Höhe der Wetterstation

 über NN

 

 

 

 

Jahres-

durchschnitts-

temperatur

 

 

 

durchschnittliche

Jahresnieder-

 

 

 

 

durchschnittliche

jährliche

Sonnenschein-

dauer

 

 

Adelboden (Schweiz/Berner Oberland)1320 m5,1° C1346 L/m²1516 h
Braunlage (Harz) 607 m 5,9° C 1263,8 L/m²1474,2 h
Brocken (Harz) 1142 m 2,9° C 1814,1 L/m²1353,1 h
Feldberg (Südschwarzwald) 1486 m 3,3° C 1909,2 L/m²1641,2 h
Fichtelberg (Erzgebirge) 1213 m 2,9° C 1117,7 L/m²1515,6 h
Freudenstadt (Nordschwarzwald) 797 m 6,6° C 1680,7 L/m²1721,4 h
Davos (Schweiz/Graubünden) 1594 m 2,8° C 999 L/m²1680 h
Dobel (Nordschwarzwald) 696 m 7,4° C 1503,5 L/m²1540,9 h
Garmisch-Partenkirchen (Bayersiche Alpen) 719 m 6,5° C 1363,5 L/m²1668,2 h
Großer Arber (Bayerischer Wald) 1436 m 2,7° C 1443,6 L/m²1676,8 h

Großer St. Bernhard-Pass (Schweiz/Wallis)

 2472 m -1,4° C 2336 L/m²1594 h

Hindelang-Unterjoch (Hochallgäu)

 1053 m 5,9° C 1730,9 L/m²1603,7 h
Hohenpeißenberg (Voralpen) 977 m 6,5° C 1209,8 L/m²1820,3 h
Hornisgrinde (Nordschwarzwald) 1125 m 4,8° C 1930,8 L/m²1583,8 h
Jungfraujoch (Schweiz/Berner Alpen) 3576 m-7,9° Ckeine Werte1862 h
Kahler Asten (Rothaargebirge) 839 m 4,9° C 1475,9 L/m²1353,5 h
Kleiner Feldberg (Taunus) 805 m 5,6° C 1005,1 L/m²1461,3 h
Klippeneck (Schwäbische Alb)  973 m 6,2° C 899,4 L/m²1857,5 h
La Dole (Westschweiz/Jura)1670 m3,2 C 1886 L/m²1687 h
Locarno-Monti (Schweiz/Tessin)366 m11,5° C1668 L/m²2155 h
Oberstdorf (Hochallgäu) 806 m 6,1° C 1831,3 L/m²1596,2 h
Pilatus (Schweiz, Vierwaldstätter See)2106 m 1,1° C 1953 L/m²1650 h
Piz Corvatsch (Schweiz, Oberengadin)3305 m-6,0° C 850 L/m² 2079 h
Säntis (Schweiz, Appenzeller Alpen)2502 m-2,0° C 2701 L/m²1675 h
Schluchsee (Schwarzwald) 993 m 5,6° C 1503,2 L/m²1724,8 h
Schmücke (Thüringer Wald) 937 m 4,4° C 1288,3 L/m²1351,5 h
Schneeberg (Fichtelgebirge) 1051 m 3,7° Ckeine Wertekeine Werte
Schneekoppe (Riesengebirge) 1602 m 0,4° C 1263 L/m²1443 h
Stötten (Schwäbische Alb) 734 m 6,8° C 1068,5 L/m²1765,6 h
Wasserkuppe (Rhön) 921 m 4,8° C 1083,8 L/m²1552,2 h
Wendelstein (Alpen) 1832 m 2,1° C 1713,8 L/m²1675,6 h
Zermatt (Schweiz, Wallis) 1638 m 3,5° C 611 L/m²1666 h
Zinnwald-Georgenfeld (Erzgebirge) 877 m 4,3° C 976,7 L/m²1411,4 h
Zugspitze (Alpen) 2960 m -4,8° C 2003,1 L/m²1846,3 h

 

 

Tabelle 2

 

Stationsname

Niederschlagstage

(> od. gleich 1 Liter pro m² Niederschlag)

Frosttage

(Min. < 0° C)

Eistage

(Max. < 0° C)

Sommertage

(Max. > od.

Gleich 25° C)

Hitzetage

(Max. > od. gleich 30° C)

Adelboden*

(1320 m)

148,3146,9384,20

Davos*

(1594 m)

126,7

203,2

64,2

1,4

0

Großer St. Bernhard Pass*

(2472 m)

171

249,1

160,8

0

0

Jungfraujoch*

(3580 m)

keine Werte

348,6

272,4

0

0

La Dole*

(1670 m)

147,5

169,7

81

0,3

0

Locarno-Monti*

(366 m)

100,735,41,554,23,4

Pilatus*

(2106 m)

163,1

198,9

101

0,1

0

Piz Corvatsch*

(3305 m)

116,0

317,7

241,7

0

0

Säntis*

(2502 m)

172,2

254,4

175,8

0

0

Zermatt*

(1638 m)

92,0

182,2

51,7

4,4

0,2

zum Vergleich:

Osburg

(ca. 490 m)

140 bis 150***94,67**29,83**16,17**1**

Trier-Petrisberg

(ca. 260 m)

120 bis 130***71,33***15***48,83***12,33***

 

 * Werte von MeteoSchweiz/** Werte von Jörg Peter Steinmetz/*** Werte des Deutschen Wetterdienstes

 

Aus den Werten ist  zu entnehmen, dass die Temperaturen in den Bergen im Norden und Osten bei gleicher Seehöhe niedriger liegen als im Westen oder im Süden. In den östlichen Mittelgebirgen macht sich dabei die stärkere kontinentale Komponente mit deutlich tieferen Wintertemperaturen bemerkbar, während in den Gebirgen weiter westlich und südwestlich eine größere westwindbestimmte, ozeanische Prägung vorliegt. Daher liegen die Niederschlagshöhen in diesen Gebieten höher als in den östlichen Mittelgebirgen. Besonders in den Hochlagen des Schwarzwaldes sind innerhalb Deutschlands die höchsten Niederschlagssummen außerhalb der Alpen anzutreffen.

Durch die vor allem auch im Winterhalbjahr hohen Niederschlagssummen sind die Winter in den Hochlagen des Schwarzwaldes und auch in den Höhenlagen der  parallel zum Schwarzwald auf französischer Seite verlaufenden Vogesen sehr schneereich. An den Nordosthängen von Feldberg Belchen und Herzogenhorn -den höchsten Gipfeln des Schwarzwaldes-, deren Gipfelbereich darüberhinaus weitgehend baum- und strauchlos ist, bilden sich im Winter auf Grund der häufig sehr starken Südwestwinde mächtige Schneeverwehungen. Es kommt daher zur Ausbildung von mächtigen Wechtenkanten, an denen die Schneewechten teilweise eine Höhe von 10 Metern erreichen können. Unterhalb dieser Wechtenkanten, die besonders unterhalb der Wetterstation am Feldberg-Höchsten sowie unterhalb des Bismarckdenkmals am Feldberg-Seebuck-Gipfel sehr ausgeprägt sind, können sich Schneereste bis in den Juli hinein halten.

Das folgende Bild zeigt Schneereste an der Wechtenkante am Nordhang des Feldberggipfels oberhalb der Zastler Hütte Anfang Juni 2010.

 

 

In der sogenannten "Kleinen Eiszeit" Mitte des 19. Jahrhunderts blieben Schneereste hier teilweise bis zum nächsten Winter liegen. Brechen diese Schneewechten ab, kommt es an den steilen, eiszeitlich geprägten Karwänden der hohen Schwarzwaldgipfel zu durchaus beachtlichen Lawinenabgängen. Selbst oberhalb des Mummelsees an der steilen Karwand der Hornisgrinde im Nordschwarzwald kann es im Winter zu Lawinenabgängen kommen. Das Klima des hohen Südschwarzwaldes ist gerade im Frühjahr noch von den kühlen, vom Atlantik heranwehenden Luftmassen geprägt. Daher weist der Feldberggipfel, die Besonderheit auf, dass es hier im Mai kühler als im Oktober ist. Dementsprechend spät ziehen Frühling und Sommer auf den höchsten Schwarzwaldgipfeln ein. Inversionswetterlagen -vor allem im Herbst und Winter- bescheren den höchsten Gipfeln des Südschwarwaldes oft eine fantastische Fernsicht. Diese reicht bei idealen Sichtbedingungen u.a. den Alpenhauptkamm entlang bis zum höchsten Berg der Alpen, dem Montblanc.

Die relativ geringen Niederschlagshöhen der Bergstationen Kleiner Feldberg (Taunus) und Klippeneck (Schwäbische Alb) sind darin begründet, dass der Taunus und Teile der Schwäbischen Alb im Regenschatten anderer Mittelgbirge liegen. So regnen bzw. schneien sich die von Westen und Nordwesten heranziehenden  Niederschlagsgebiete im Falle des Taunus bereits an Hunsrück, Eifel und Westerwald ab, während die Schwäbische Alb im Hinblick auf die westliche Hauptwindrichtung im Lee (Regenschatten) des Schwarzwaldes liegt. Das Klippeneck auf der südlichen Schwäbischen Alb gilt darüber hinaus als einer der sonnigsten Orte in Deutschland. Im Jahre 1959 wurde hier der Rekordwert von 2329 Stunden Sonnenschein registriert.

Der Harz mit seiner, in die norddeutsche Tiefebene vorgeschobenen Position, nimmt eine besonders markante Stellung ein. Hier ist das Klima besonders rau. Obwohl der Brocken mehr als 350 Meter niedriger liegt als der Feldberg im Schwarzwald, ist die Jahresdurchschnittstemperatur hier niedriger als auf dem Feldberg. Dieses raue Klima führt dazu dass der Harz mit dem Brocken einen Gipfel hat, der oberhalb der natürlichen Baumgrenze liegt. Das die Gipfel über die Baumgrenze hinausreichen, ist in den Mittelgebirgen sonst nur noch im "eiskalten" Riesengebirge der Fall. Im Jahre 1958 war der Brockengipfel an 330 Tagen zumindest zeitweise in Nebel gehüllt. Dies ist in Deutschland ein bis heute unerreichter Rekordwert.

Das Riesengebirge mit seinem höchsten Gipfel der Schneekoppe ist ein absoluter Sonderfall und stellt eine wirkliche arktische Insel in Mitteleuropa dar. Klimatisch sind die Gipfel des Riesengebirges eher einem Hoch- als einem Mittelgebirge zuzuordnen. Das Klima ist hier extrem rau und erreicht auf der Schneekoppe Werte, die in den Alpen erst in etwa 2100 Metern Seehöhe erreicht werden. Verglichen mit ähnlichen hoch gelegenen Bergstationen (z.B. der Gipfel La Dole im Schweizer Jura (1670 m) oder Zermatt (1638 m) im Schweizer Wallis) zeigt sich, dass die Durchschnittstemperatur auf der Schneekoppe um  etwa 3 Grad niedriger liegt. Selbst auf dem über 1800 Meter hoch gelegenen Wendelstein in den bayerischen Apen ist es im Durchschnitt 1,7° C wärmer als auf der Schneekoppe. Im Jahre 1987 fiel der erste dauerhafte Schnee in den Hochlagen des Riesengebirges bereits im August.

Diese Vergleiche machen deutlich, dass im Riesengebirge und insbesondere auf der Schneekoppe klimatische Extreme anzutreffen sind, die in anderen mitteleuropäischen Mittelgebirgen auch nicht annähernd erreicht werden. Schneehöhen von mehr als 3 Metern und teilweise gefährliche Lawinenabgänge sind im Winter in den Hochlagen des Riesengebirges keine Seltenheit. Beim schwersten Lawinenunglück im Riesengebirge kamen am 20.03.1968 19 Menschen ums Leben.

Der Hauptkamm des Riesengebirges ist  extrem windexponiert, sodass hier sehr starke Winterstürme auftreten können. Der Schnee liegt bis weit ins Frühjahr und den Frühsommer hinein und in den berühmten Schneegruben halten sich Schneereste sogar bis in den  Spätsommer.

Das Klima, der im Osten der Bundesrepublik Deutschland gelegenen Mittelgebirge ist zwar  nicht so kalt und rau wie das, des auf tschechischem und polnischem Staatsgebiet liegenden Riesengebirges. Allerdings sind die Durchschnittstemperaturen vor allem im Bayerischen Wald, im Erz-, und auch im Fichtelgebirge markant niedriger als die Durchschnittswerte, die in gleicher Seehöhe in weiter südwestlich gelegenen Mittelgebirgen anzutreffen sind. Betrachtet man die Durchschnittstemperatur des Schneebergs im Fichtelgebirge (3,7° C) so fällt beispielsweise auf, dass es hier im Durchschnitt 2,2° C kälter ist als an der etwa gleich hoch gelegenen Station Hindelang-Unterjoch in den Allgäuer Alpen. Und obwohl die Hornisgrinde im Nordschwarzwald nahezu mehr als 70 Meter höher liegt als der Schneeberg ist es hier trotzdem im Durchschnitt 1,1 ° C wärmer. In den Hochlagen des Erzgebirges sorgt die Rauheit dieses Klimas dafür, dass hier teilweise Latschenkieferbestände vorkommen, die sonst für  alpine Regionen im Bereich der montanen Baumgrenze charakteristisch sind.

Wie extrem die klimatischen Bedingungen im Erzgebirge sein können, zeigt auch die Tatsache, dass an der Station Zinnwald-Georgenfeld (Osterzgebirge) die bisher höchste Niederschlagsmenge, die in Deutschland innerhalb eines Zeitraums von 24 Stunden je gemessen worden ist, registriert werden konnte. Vom 12.08.2002  7.00 Uhr bis 13.08.2002 7.00 Uhr fielen hier 312,0 Liter pro m² Regen vom Himmel. Diese extrem starken Niederschläge im Erzgebirge waren eine der Ursachen für das Entstehen des katastrophalen Elbehochwassers  im Jahre 2002.

Die Bergstationen in der Schweiz weisen, sofern sie nicht im Regenschatten der Alpengipel (wie z.B. Teile Graubündens  oder das Rhonetal im Wallis) liegen, sehr hohe Niederschläge auf. Da die Schweiz innerhalb des Alpenbogens ziemlich weit westlich liegt, erreichen mit den vorherrschenden Winden aus westlichen Richtungen kompakte Niederschlagsgebiete die Schweizer Berge (sowohl Alpen als Schweizer Jura) und entladen sich an den nach Westen und Nordwesten ausgerichteten Berghängen.

Beim Säntis in den schweizerischen Appenzeller Alpen unweit des Bodensees ist die jährliche Niederschlagshöhe sehr beachtlich. Als Bergstock am Nordwestrand der Alpen erreichen die aus Westen heranziehenden Niederschlagsgebiete den Säntis mit als erstes und regnen bzw. schneien sich hier -in einer massiven Niederschlagsstaulage- ab. Auf Grund der auch im Winter sehr hohen Niederschläge werden auf dem Säntis oft höhere Schneehöhen als auf der Zugspitze gemessen. Schneehöhen von 5 bis 6 Metern sind auf dem Säntnis nicht ungewöhnlich. Im April 1999 wurde auf dem Säntis  mit 8,16 Metern Schneehöhe die höchste jemals in der Schweiz gemessene Schneehöhe registriert und im August !! 1995  lag auf den Gipfel mitten im Hochsommer ein Meter Schnee. Das Klima auf dem "nur" 2502 Metern hohen Säntis  ist wesentlich rauer als das Klima anderer Alpengipfel gleicher Höhe. Das folgende Bild zeigt den markanten Gipfelaufbau des Säntis an einem sonnigen Augusttag 2011 von der Schwägalp aus gesehen.

 

 

Dagegen ist die Niederschlagshöhe auf dem Piz Corvatsch bei St. Moritz im Oberengadin oder in Zermatt im Wallis am Fuße des Matterhorns in der Nähe der schweizerisch-italienischen Grenze trotz der hochalpinen Lage dieser Orte sehr niedrig. Zermatt, zum Beispiel, ist durch seine markante Tallage  von vielen, deutlich über 4000 Metern Seehöhe hinausragenden Alpengipfeln umgeben. Dies führt dazu, dass der Ort im Lee und damit im ausgeprägten Niederschlagsschatten dieser Berge liegt. Nur ein Bruchteil der in diesem Gebiet auf den höchsten Gipfeln registrierten Niederschläge erreicht daher den Talgrund von Zermatt. Wie stark sich hier die Niederschläge zwischen leeseitigen Tal- und luvseitigen Berglagen hier unterscheiden, wird deutlich, wenn man bedenkt, dass in den Niederschlagsstaulagen auf der Signalkuppe im Monte-Rosa-Massiv in unmittelbarer Nähe zu Zermatt mit ca. 4100 Liter pro m² mit die höchsten jährlichen Niederschläge in ganz Europa auftreten.

Während bzgl. der Sonnenscheindauer  nördlich der Alpen im Bereich der Mittelgebirgsschwelle zwischen den einzelnen Bergstationen beträchtliche Unterschiede auftreten, ist die Sonnenscheindauer in den Schweizer Alpen und im Jura eher ausgeglichen. Niedrig ist die Sonnenscheindauer vor allem in den nordwest- und ostdeutschen Mittelgebirgen, was sich mit dem geringeren Auftreten von ausgeprägten Inversionswetterlagen in diesen Gebieten erklären lässt. In den süd- und südwestdeutschen Mittelgebirgen und den Alpen bescheren dagegen häufige Inversionswetterlagen in den Herbst- und Wintermonaten den Gipfeln zahlreiche Sonnenstunden, wobei die südliche Schwäbische Alb (z.B. Klippeneck) und die höheren Alpengregionen (z.B. Zugspitze oder Jungfraujoch) besonders sonnenbegünstigt sind.

Innerhalb des schweizerischen Alpengebietes ist das Gebiet um den Luganer See und den Lago Maggiore im südlichen Tessin besonders wärmebegünstigt. Mit durchschnittlich nur 100 Niederschlagstagen, etwa 54 Sommertagen (Maximum von 25° C oder mehr) und einer Durchschnittstemperatur von 11,5° C im Jahr sind die Klimawerte der Station Locarno-Monti am Lago Maggiore ein Indiz für das mediterrane Klima in dieser Region.

Dauerfrost tritt in diesem Gebiet sehr selten auf. Trotz der geringen Anzahl von jährlichen Niederschlagstagen ist die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge in Locarno-Monti mit 1668 Litern pro m² jedoch sehr hoch. Durch die Lage am Südrand der Alpen kommt es im Tessin gerade in den Übergangsjahreszeiten Frühjahr und Herbst bei entsprechenden Tiefdrucklagen über dem westlichen Mittelmeer zu starken, unwetterartigen Niederschlägen, die zu diesen hohen jährlichen Niederschlagmengen führen. Trotzdem ist die jährliche Sonnenscheindauer in Locarno-Monti mit mehr als 2150 Stunden enorm hoch.

Die Zugspitze, als der höchste Gipfel in Deutschland überhaupt, nimmt auf Grund der  beachtlichen Seehöhe natürlich eine klimatische Besonderheit ein. Im Bereich des Zugspitzmassivs befinden sich mit den beiden Schneefernern und dem Höllentalferner die größten "Gletscherreste" in Deutschland. Ansonsten kann man in Deutschland kleine Reste von ewigem Eis und Firn nur noch in den Berchtesgadener Alpen im Watzmanngebiet bewundern. An 313 Tagen im Jahr tritt auf der Zugspitze durchschnittlich Frost auf und bei "normalem" Witterungsverlauf gibt es nur wenige Tage -vor allem Im Spätsommer/Frühherbst- an denn auf der Zugspitze keine Schneedecke registriert wird. Die maximal am Schneefernerhaus unterhalb des Zugspitzgipfels gemessene Schneehöhe betrug am 02.04.1944 830 cm. Am 12.06.1985 wurde auf dem Gipfel der Zugspitze eine Windböe von sagenhaften 335 Km/h Geschwindigkeit gemessen.

Das Klima an der über 3500 Meter hoch gelegenen Wetterstation am Jungfraujoch in den Berner Alpen ist geprägt vom Klima des ewigen Eises. Die Niederschläge fallen an dieser Station fast ausschließlich als Schnee und nähren so unter anderem den Aletschgletscher, den größten Eisstrom der Alpen. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt am Gletschereis des Jungfraujochs -7,9° C und liegt damit nochmals etwa 3 Grad niedriger als auf der Zugspitze. Durchschnittlich an 349 Tagen und damit an 96 % aller Tage des Jahres wird am Jungfraujoch Frost registriert. Nur ganz wenige Tage während ausgeprägter Hitzephasen im Hoch- und Spätsommer bleiben frostfrei . An 272 Tagen im Jahr (was immerhin 9 Monaten und damit 75 % des Jahres entspricht) verbleibt die Temperatur am Jungfraujoch auch am Tage im Dauerfrostbereich unter 0° C. Am Mönchsgrat in unmittelbarer Nähe zum Jungfraujoch beträgt der durchschnittliche jährliche Niederschlag 3142 Liter pro m². In den Jahren 1939/1940 wurde hier ein Rekordjahresniederschlag von 5910 Liter pro m² registriert. Die ist ein für Mitteleuropa enormer Wert und stellt bis heute die höchste, je in der Schweiz gemessene jährliche Niederschlagsmenge dar.

 

 

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Jörg Peter Steinmetz, 54317 Osburg